Rundgang im Beamtenviertel

Rundgang im Beamtenviertel zum Tag der Städtebauförderung 2021

Der Tag der Städtebauförderung hat am 08.05.2021 stattgefunden. Die Stadt hätte Sie gerne alle persönlich vor Ort angetroffen, was auf Grund der aktuellen Umstände leider nicht möglich gewesen ist. Deshalb hat die Stadt sich entschieden, Ihnen auf diesem Wege einen Einblick in das Beamtenviertel zu geben.

In den kommenden Monaten werden hier weitere quartierstypische Gebäude des Beamtenviertels präsentiert. Als erstes erfahren Sie unten näheres zu den Gebäuden der Kautzstraße 3, 5 und 7.

Denkmalgerechte Sanierung an den Gebäuden Kautzstraße 3, 5 , 7

Die Gebäude Kautzstraße 3, Kautzstraße 5 und Kautzstraße 7 blicken auf eine über 100 Jahre alte Geschichte zurück. Zusammen mit den anderen Häusern des Beamtenviertels wurden sie ab 1908 errichtet und 1909 vollendet und sind Beispiele für die gestalterische Vielfalt des Beamtenviertels.

Der Variantenreichtum der Gebäude basiert auf ursprünglich sieben Haustypen (A, B, C, D, E, H und F), auf deren Grundlage über 30 unterschiedlich gestaltete Fassaden entwickelt worden sind. Die Haustypen waren den unterschiedlichen Berufsgruppen und Berufsständen des Kaiser-Wilhelm-Kanals zugeordnet. So wohnten Arbeiter neben höheren und mittleren Beamten und es entstand im Quartier eine soziale Durchmischung, die zur damaligen Zeit eine gewisse Besonderheit darstellte.

Das Gebäude Kautzstraße 3

ist dem Haustyp D 2 zuzuordnen, der sich ein zweites Mal beim Gebäude Kautzstraße 16 wiederfindet. Es wurde als Zweifamilienhaus für Beamte konzipiert, wobei in jedem Geschoss jeweils eine Familie wohnte. Jedes Geschoss verfügte über vier Zimmer, eine Küche und eine Speisekammer. Toiletten und Bäder gehörten noch nicht zum Standard. Es handelt sich um einen Putzbau, der eine zurückhaltende Fassadengestaltung aufweist. Der Sockel ist als Kontrast zur hellen Putzfassade mit einem rotbraunen Sichtmauerwerk ausgeführt. Eine Gliederung der Fassade erfolgt lediglich durch Putzornamente. Ursprünglich haben zwei hohe Schornsteinköpfe noch zusätzlich das Erscheinungsbild des Gebäudes geprägt.

Das Gebäude Kautzstraße 5 

ist dem Haustyp H 1 zuzuordnen. Dieser kommt in der Scholerstraße 3 ein zweites Mal im Gebiet vor. Hier wohnten vier Arbeiterfamilien in Drei-Zimmer-Wohnungen. Die Fassadengestaltung lebt bei diesem Haustyp vom Kontrast des rotbraunen Sichtmauerwerks und der hellen Putzfelder, die das Erdgeschoss optisch vom Obergeschoss trennen sowie die Außenwände der Zwerchgiebel schmücken. Auch wenn dies auf die anderen Haustypen zutrifft, so ist am Beispiel des Haustyps H1 sehr gut die Anlehnung an den englischen Landhausstil zu erkennen.

Ansicht des Gebäudes Kautzstraße 3 © Stadtarchiv Brunsbüttel

Historische Aufnahme der Kautzstraße aus dem Jahr 1909: Im Vordergrund Kautzstraße 1, dahinter die Gebäude 3, 5 und 7 © WSA-Brunsbüttel

Das Gebäude Kautzstraße 7

ist dem Haustyp C11 zuzuordnen, der nur ein einziges Mal im Beamtenviertel vorkommt. Insgesamt gibt es jedoch 16 Fassadenvarianten vom Haustyp C (C1-C16), womit er am häufigsten im Beamtenviertel vorkommt. Es war der Haustyp für die Kanallotsen. Zwei Familien wohnten im Erdgeschoss und zwei im Obergeschoss. Die Wohnungen bestanden aus vier Zimmern mit Küche und Speisekammer. Das Gebäude ist durch ein voluminöses Mansarddach geprägt, wodurch die eigentliche Zweigeschossigkeit des Gebäudes kaum wahrgenommen wird. Gegliedert und aufgelockert wird das Mansarddach durch zwei Zwerchhäuser mit einer Fachwerkskonstruktion.

Mustersanierungen der Gebäude Kautzstraße 3, 5 und 7

sollen beispielhaft aufzuzeigen, wie eine denkmalgerechte und energetische Gebäudesanierung aussehen kann. Die Stadt möchte somit die gewonnenen Erkenntnisse an die anderen Eigentümer und Eigentümerinnen weitergeben und einen Anreiz zur Sanierung der eigenen denkmalgeschützten Immobilie schaffen. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen sollen die historischen Fassadendetails wie Putzornamente, helle Putzfelder oder Fachwerkstrukturen erhalten bleiben.

Alle drei Gebäude verfügen im Garten zusätzlich über Nebengebäude, in denen ursprünglich u.a. der Abort, ein Stall für Kleintierhaltung sowie die Waschküche untergebracht waren. Die Gebäude wurden im Jahre 2020/ 2021 von der Stadt Brunsbüttel erworben, um sie mit finanziellen Mitteln der Städtebauförderung im Zeitraum 2022 – 2025 zu sanieren. Geplant ist eine behutsame Modernisierung und Instandsetzung unter Fokussierung auf zeitgemäße Maßgaben des Denkmalschutzes, der Generationengerechtigkeit (Barrierefreiheit) sowie der Energieeffizienz.

Erdgeschoss

Grundriss des Gebäudes Kautzstraße 3 © Stadtarchiv Brunsbüttel

Rundgang im Beamtenviertel

Tag der Städtebauförderung 2021

Der Tag der Städtebauförderung hat am 08.05.2021 stattgefunden. Die Stadt hätte Sie gerne alle persönlich vor Ort angetroffen, was auf Grund der aktuellen Umstände leider nicht möglich gewesen ist. Deshalb hat die Stadt sich entschieden, Ihnen auf diesem Wege einen Einblick in das Beamtenviertel zu geben.

In den kommenden Monaten werden hier weitere quartierstypische Gebäude des Beamtenviertels präsentiert. Als erstes erfahren Sie unten näheres zu den Gebäuden der Kautzstraße 3, 5 und 7.

Denkmalgerechte Sanierung an den Gebäuden Kautzstraße 3, 5 , 7

Die Gebäude Kautzstraße 3, Kautzstraße 5 und Kautzstraße 7 blicken auf eine über 100 Jahre alte Geschichte zurück. Zusammen mit den anderen Häusern des Beamtenviertels wurden sie ab 1908 errichtet und 1909 vollendet und sind Beispiele für die gestalterische Vielfalt des Beamtenviertels.

Der Variantenreichtum der Gebäude basiert auf ursprünglich sieben Haustypen (A, B, C, D, E, H und F), auf deren Grundlage über 30 unterschiedlich gestaltete Fassaden entwickelt worden sind. Die Haustypen waren den unterschiedlichen Berufsgruppen und Berufsständen des Kaiser-Wilhelm-Kanals zugeordnet. So wohnten Arbeiter neben höheren und mittleren Beamten und es entstand im Quartier eine soziale Durchmischung, die zur damaligen Zeit eine gewisse Besonderheit darstellte.

Ansicht des Gebäudes Kautzstraße 3 © Stadtarchiv Brunsbüttel

Das Gebäude Kautzstraße 3

ist dem Haustyp D 2 zuzuordnen, der sich ein zweites Mal beim Gebäude Kautzstraße 16 wiederfindet. Es wurde als Zweifamilienhaus für Beamte konzipiert, wobei in jedem Geschoss jeweils eine Familie wohnte. Jedes Geschoss verfügte über vier Zimmer, eine Küche und eine Speisekammer. Toiletten und Bäder gehörten noch nicht zum Standard. Es handelt sich um einen Putzbau, der eine zurückhaltende Fassadengestaltung aufweist. Der Sockel ist als Kontrast zur hellen Putzfassade mit einem rotbraunen Sichtmauerwerk ausgeführt. Eine Gliederung der Fassade erfolgt lediglich durch Putzornamente. Ursprünglich haben zwei hohe Schornsteinköpfe noch zusätzlich das Erscheinungsbild des Gebäudes geprägt.

Das Gebäude Kautzstraße 5 

ist dem Haustyp H 1 zuzuordnen. Dieser kommt in der Scholerstraße 3 ein zweites Mal im Gebiet vor. Hier wohnten vier Arbeiterfamilien in Drei-Zimmer-Wohnungen. Die Fassadengestaltung lebt bei diesem Haustyp vom Kontrast des rotbraunen Sichtmauerwerks und der hellen Putzfelder, die das Erdgeschoss optisch vom Obergeschoss trennen sowie die Außenwände der Zwerchgiebel schmücken. Auch wenn dies auf die anderen Haustypen zutrifft, so ist am Beispiel des Haustyps H1 sehr gut die Anlehnung an den englischen Landhausstil zu erkennen.

Historische Aufnahme der Kautzstraße aus dem Jahr 1909: Im Vordergrund Kautzstraße 1, dahinter die Gebäude 3, 5 und 7 © WSA-Brunsbüttel

Das Gebäude Kautzstraße 7

ist dem Haustyp C11 zuzuordnen, der nur ein einziges Mal im Beamtenviertel vorkommt. Insgesamt gibt es jedoch 16 Fassadenvarianten vom Haustyp C (C1-C16), womit er am häufigsten im Beamtenviertel vorkommt. Es war der Haustyp für die Kanallotsen. Zwei Familien wohnten im Erdgeschoss und zwei im Obergeschoss. Die Wohnungen bestanden aus vier Zimmern mit Küche und Speisekammer. Das Gebäude ist durch ein voluminöses Mansarddach geprägt, wodurch die eigentliche Zweigeschossigkeit des Gebäudes kaum wahrgenommen wird. Gegliedert und aufgelockert wird das Mansarddach durch zwei Zwerchhäuser mit einer Fachwerkskonstruktion.

Grundriss des Gebäudes Kautzstraße 3
© Stadtarchiv Brunsbüttel

Mustersanierungen der Gebäude Kautzstraße 3, 5 und 7

sollen beispielhaft aufzuzeigen, wie eine denkmalgerechte und energetische Gebäudesanierung aussehen kann. Die Stadt möchte somit die gewonnenen Erkenntnisse an die anderen Eigentümer und Eigentümerinnen weitergeben und einen Anreiz zur Sanierung der eigenen denkmalgeschützten Immobilie schaffen. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen sollen die historischen Fassadendetails wie Putzornamente, helle Putzfelder oder Fachwerkstrukturen erhalten bleiben.

Alle drei Gebäude verfügen im Garten zusätzlich über Nebengebäude, in denen ursprünglich u.a. der Abort, ein Stall für Kleintierhaltung sowie die Waschküche untergebracht waren. Die Gebäude wurden im Jahre 2020/ 2021 von der Stadt Brunsbüttel erworben, um sie mit finanziellen Mitteln der Städtebauförderung im Zeitraum 2022 – 2025 zu sanieren. Geplant ist eine behutsame Modernisierung und Instandsetzung unter Fokussierung auf zeitgemäße Maßgaben des Denkmalschutzes, der Generationengerechtigkeit (Barrierefreiheit) sowie der Energieeffizienz.